Insolvenzanfechtung Buchalik

Anfechtung

Anfechtung – Gläubigerschutz außerhalb der Insolvenz

Im Unterschied zur Insolvenzanfechtung, bei der ein Insolvenzverwalter Rückgewähransprüche für die Insolvenzmasse geltend macht, kann die Anfechtung nach dem Anfechtungsgesetz (AnfG) von jedem Gläubiger selbst geltend gemacht werden. Dieses Gesetz ermöglicht es einem Gläubiger, seine Ansprüche gegen den Schuldner auch dann konsequent durchsetzen zu können, wenn dieser sein Vermögen auf einen Dritten übertragen, also Beiseite geschafft hat.

In der Praxis ist es doch häufig so: Ein Gläubiger erstreitet ein Urteil gegen den Schuldner. Möchte er das Urteil vollstrecken, hat der Schuldner sein Vermögen schon längst an einen Dritten übertragen. Die Vollstreckung aus dem Urteil geht ins Leere, weil der Schuldner nichts mehr hat, das der Gläubiger pfänden kann. Der Gläubiger kann die Übertragung gegen den Dritten anfechten und von dem Dritten verlangen, dass Vermögen zur Verfügung stellt. Hat der Schuldner beispielsweise vor der Vollstreckung ein in seinem Eigentum stehendes Grundstück an die Ehefrau übertragen, kann der Gläubiger von der Ehefrau vereinfacht dargestellt eine Befriedigung aus dem Grundstück verlangen. Die Ehefrau muss die Zwangsvollstreckung in dieses Grundstück durch den Gläubiger dulden. Wie bei der Insolvenzanfechtung so ist auch bei der Anfechtung außerhalb der Insolvenz der Anspruch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die nicht ohne weiteres Vorliegen. Soll die Anfechtung Erfolg haben oder erfolgreich abgewehrt werden, ist die Beauftragung von erfahrenen Experten sehr wichtig.

Eine interessante, aktuelle Entscheidung des Bundesgerichtshof zum Verhältnis von Gläubigeranfechtung und Insolvenzanfechtung findet sich hier

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